Mehr Leichtigkeit im Leben mit Kind(ern)

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Gestern gab es seit langer Zeit mal wieder einen Wutausbruch. Einen großen. Mit Geschrei, Gekreische, Gebrülle und allem drum und dran. Aber nicht von meinem Sohn. Sondern von mir. Ironischerweise genau dann, als wir zu einem Workshop aufbrechen wollten mit dem Titel „Mehr Leichtigkeit im Leben mit Kindern“.

Den ganzen Vormittag musste ich mir Genörgel anhören, ohne ihm irgendetwas recht machen zu können. So ist das wohl mit 3jährigen. Als er sich dann noch weigerte mitzukommen, ist mir der Kragen geplatzt. Nach meinem Ausbruch weinte er, ließ sich aber immerhin anziehen und wir schwiegen uns die meiste Zeit der Fahrt an. Ich war sehr gespannt, was die Referentin beim Workshop zu erzählen hatte.

Problemlos ließ sich Sohni in der Kinderbetreuung abgeben und ich konnte mich dem Workshop widmen. Unsere erste Aufgabe war, jemand anderem zu erzählen was in unserem Leben gerade mit Leichtigkeit funktioniert. Spannende Frage – ich hätte ohne Nachzudenken einiges aufzählen können, was derzeit nicht besonders gut funktioniert. Aber was funktioniert gut? Eigentlich sehr vieles, aber was genau? Ich merkte, dass ich mir über die gut laufenden Dinge keine Gedanken mache, sie als selbstverständlich hinnehme. Über die nicht idealen Sachen hingegen ärgere ich mich mit einer ziemlichen Ausdauer.

Meine erste Lektion war also: Die Aufmerksamkeit (wieder) bewusst lenken. Sich weniger über die blöden Sachen ärgern, dafür mehr über die positiven Dinge freuen. So habe ich es früher immer gemacht – ich weiß selbst nicht, warum ich irgendwann damit aufgehört habe. Es ist gar nicht schwierig: Das Zauberwort heißt Achtsamkeit. Den Tag bewusst (er)leben. Das Kind hat heute mal aufgegessen? Super! Das Kind ist heute mal nach nur 40 Minuten eingeschlafen, statt nach den sonst üblichen 60? Prima! Ein anderes Kind führt sich im Supermarkt gerade fürchterlich auf, da fällt dir auf, dass das eigene ausnahmsweise mal ruhig ist? Toll! Bitte nicht anfangen sich darüber zu ärgern, dass es ja „sonst immer“ scheiße läuft, und das gerade ja nur eine Ausnahme war. JETZT gerade lief es super, also freu dich darüber. Hänge nicht mit deiner Achtsamkeit an vergangenen, ärgerlichen Situationen fest. Schenke dem jetzigen, positiven Augenblick deine ganze Aufmerksamkeit. Genieße es, wie einfach gerade etwas läuft. Das mag zwar keine konkreten Probleme lösen, aber es trägt definitiv dazu bei, das Leben etwas „leichter“ zu nehmen, eine positivere Gundhaltung zu bekommen. Und letztlich hilft es, sich weniger zu ärgern, und das wiederum hilft, gelassener zu sein. Du kommst also in eine „Positiv-Spirale“ 🙂

Wenn du dich vielleicht aber schon in einer „Negativ-Spirale“ befindest, dir also den ganzen Tag lang auffällt, was gerade alles Mist ist, dir aber zum positiven nicht so recht was einfallen will, kannst du folgende Übung machen:

Schreibe 30 Tage lang abends vor dem Schlafen gehen ein Positiv-Tagebuch. Notiere darin mindestens 5 Sachen, die heute gut gelaufen sind.

Das müssen keine großartigen Dinge wie ein 6er im Lotto sein. Das kann z.B. sein, dass du an der Haltestelle angekommen bist, gerade als auch die Straßenbahn kam (und sie dir nicht wie sonst so oft vor der Nase weggefahren ist). Das kann sein, dass dein Hund heute beim Gassi gehen gar nicht an der Leine gezogen hat. Oder dass du einen Parkplatz vor der Tür bekommen hast. Dass du gerade rechtzeitig zu deiner Lieblingsserie nach Hause gekommen bist.

Am Anfang mag es dir komisch vorkommen, und vielleicht musst du lange überlegen, bis dir wirklich 5 Sachen einfallen. Aber nach wenigen Tagen wirst du schon merken dass du anfängst, bereits in dem Moment wo etwas positives passiert daran zu denken, dass du dieses Ereignis am Abend in dein Notizheft schreiben kannst. Das ist dann schon die halbe Miete: Du nimmst positive Momente bewusst wahr.

Ich werde jetzt wieder damit anfangen, mir die positiven Dinge bewusst zu machen anstatt sie als selbstverständlich und gegeben hinzunehmen. Wenn mich das nächste mal jemand fragt, was gerade alles mit Leichtigkeit funkioniert, werde ich nicht so lange überlegen müssen wie gestern.

Was ich sonst noch bei dem Workshop gelernt habe, wie z.B. dem Kind mehr Wahrnehmung schenken, oder auch Reframing von ärgerlichen Situationen, werde ich dir im nächsten Blogeintrag erzählen.

 

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