Krank, kränker, Pflegefreistellung

flu-1006045_1920

Hallo,

ich hoffe dir geht es gerade besser als mir. Bzw. als Sohni. Der ist nämlich krank. Am Freitag hat er schon in der Früh ziemlich gehustet, ich habe ihn trotzdem in den Kindergarten gebracht. Wegen Schnupfen/Husten bleiben wir nicht zu Hause. Er ist zwar zum Glück nicht so anfällig dafür, trotzdem würde ich dann bei weitem meinen Pflegeurlaub überschreiten. Schätze ich zumindest. Aber leider hat er am Wochenende auch Fieber bekommen. Und nachdem es heute morgen noch nicht ganz runter war, bin ich mit ihm zu Hause geblieben. Ich hasse das!

Natürlich habe ich nicht den wichtigsten Job der Welt. Trotzdem finde ich es einfach doof zu sagen: Mein Kind ist krank, ich komme heute nicht (unausgesprochener Nebensatz: obwohl es mir selbst gut geht). Meine Kollegin fängt erst 1,5 Stunden später an als ich und ich habe ein schlechtes Gewissen, dass ich sie nun hetze, damit sie vielleicht wenigstens eine halbe Stunde früher da ist als sonst. Damit das Büro nicht die ganze Zeit unbesetzt ist. Ganz so unwichtig ist unser Job dann nämlich auch wieder nicht, als dass es egal wäre, ob jemand da ist oder nicht 🙂

Was allerdings noch schlimmer ist als ein krankes Kind zu Hause zu haben: Selbst krank sein! Das ist wirklich furchtbar. Bei einem Kindergartenkind hat man immerhin noch die Wahl: Quäle ich mich raus und bringe das Kind hin? Dann habe ich zumindest zu Hause ein paar Stunden Ruhe und kann mich ausruhen. Oder schaffe ich es gar nicht, das Kind in den Kindergarten zu bringen? Lasse ich es zu Hause? Aber dann will es den ganzen Tag etwas von mir, ich muss ihm Essen machen, den Hintern abwischen, und ständig auf „Mama schau mal“ reagieren. Bei einem Schulkind allerdings stellt sich die Frage gar nicht, das muss in die Schule, komme was wolle. Mama arbeitet hat erst kürzlich darüber geschrieben wie es ihr geht, wenn sie richtig krank ist. Für Alleinerziehende ist krank werden eine kleine Katastrophe. Es muss ja trotzdem alles weiter funktionieren. Wenn man da keine Verwandtschaft in der Nähe hat, oder wenigstens nette Nachbarn wie Christine sie beschrieben hat, dann sieht man wirklich alt aus. Meine persönliche Horrorvorstellung: Ein gebrochenes Bein, oder ein gebrochener Arm. Ich weiß gar nicht, was schlimmer wäre. Hilfe hätte ich ja hier nämlich keine.

Alles in allem ein Grund, eine Linkliste zum Thema „Krank sein“ zu erstellen.

Grundsätzliche Info´s zur Pflegefreistellung gibt es bei der AK. Du hast Anspruch auf 1 Woche Pflegefreistellung pro Jahr, wenn dein Kind unter 12 ist, gibt es noch eine weitere Woche. Pflegefreistellung bedeutet, dass du keinen Urlaub nehmen musst, sondern bei fortlaufender Bezahlung vom Dienst freigestellt wirst.

Wer hilft, wenn das Kind krank ist?

Sozial Global Kinderbetreuung zu Hause (nur in Wien), die mobilen Kinderbetreuerinnen kommen zu dir nach Hause und betreuen dein Kind in seiner gewohnten Umgebung – du kannst inzwischen arbeiten gehen oder Termine wahrnehmen. Kinder zwischen 18 Monaten und 12 Jahren werden betreut. Der Kostenbeitrag ist sozial gestaffelt und richtet sich nach dem Haushaltseinkommen: Der günstigste Stundensatz beläuft sich auf € 2,50 pro Stunde. Ohne Berücksichtigung von sozialer Staffelung kostet eine Stunde € 21,50. Kurzfristig buchbar.

KiB – Kinder in Betreuung hat ein ähnliches Prinzip wie Sozial Global: es kommt eine „Notfallmama“ zu dir nach Hause und betreut dein krankens Kind vor Ort, während du arbeiten gehen kannst. Es handelt sich um einen Familienselbsthilfeverein, daher kostet die Betreuung nichts, du zahlt jedoch einen monatlichen Mitgliedsbeitrag in der Höhe von ca. 12,50€. Außerdem agiert KiB österreichweit und ist somit in den Bundesländern die absolute Alternative zu Sozial Global, die es nur in Wien gibt. Sie sind ebenfalls kurzfristig buchbar, man kann auch nachts anrufen. Außerdem unterstützt KiB Familien mit Kindern bis zum 18.Lebensjahr, und noch dazu unterstützen sie dich auch, wenn dein Kind im Krankenhaus liegt.

Moki, die mobile Kinderkrankenpflege, kann auch ein guter Ansprechpartner sein, falls dein Kind z.B. chronisch erkrankt ist, oder du es von einer Operation frühzeitig nach Hause holen möchtest etc. Die Angebote variieren je nach Bundesland, in jedem Fall kommen aber diplomierte Kinderkrankenschwestern.

Was tun wenn Mama krank ist?

Eine Möglichkeit hier wäre die Familienhilfe der Caritas, die es in jedem Bundesland gibt. Der Link ist jetzt nur der Folder für Wien, aber gib doch einfach bei Google „Familienhilfe Caritas“ ein, so kommst du dann zu deinem Bundesland. Sie kommen zu dir nach Hause und helfen in verschiedenen Situationen, ich hatte z.B. nach der Geburt eine Familienhelferin. Der Nachteil ist, sie sind nicht so flexibel und kurzfristig buchbar wie die Betreuungen für Kinder, die ich oben aufgeführt habe. Aber ruf einfach an, vielleicht ist gerade eine frei.

Und falls du gerne Nachbarn hättest, die im Notfall mal vorbeischauen, du aber keine kennst – melde dich hier an: FragNebenan. Keine Angst vor Fakes – wer sich hier anmeldet muss sich durch einen Code, der z.B. per Postkarte kommt, verifizieren. Echte Nachbarn also garantiert! Vielleicht wohnt 2 Straßen weiter eine liebe Omi, die dir gern ab und zu dein Kind abnimmt, oder das nette Paar aus dem Haus nebenan nimmt dir gerne mal einen Hustensaft aus der Apotheke mit?

Am besten wäre natürlich alle bleiben gesund! Das wünsche ich euch, und lege mich jetzt mal zu Sohni aufs Sofa.

Alles Liebe & viel Gesundheit 🙂

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s