Reframing – oder wie man aus Scheiße Gold macht

motivation-773942_1920

Ich wollte dir ja noch die Methode Reframing vorstellen. Für den Fall, dass du sie noch nicht kennst und du ab und zu ein Werkzeug gebrauchen kannst, wie du Ereignisse überwindest, die dich wahnsinnig ärgern. Mit dem du irgendeine Scheiße, die dir gerade passiert ist, möglicherweise sogar in Gold verwandeln kannst. Aber keine Angst, es folgt keine Lektion in Alchemie 😉

Reframing heißt wörtlich übersetzt „einen neuen Rahmen geben“. Gemeint ist damit, dass du etwas, sagen wir einer bestimmten Situation, einen neuen Rahmen gibst – sie in einem anderen Licht betrachtest. Dir ist vielleicht etwas furchtbar ärgerliches passiert, du hast ein Seminar gebucht und dann wird es kurzfristig wegen zu wenig Teilnehmern abgesagt. So ein Mist! Du hattest dich darauf gefreut, und auch schon einen Babysitter organisiert. Natürlich kannst du mit keiner Methode der Welt ändern, dass der Kurs abgesagt wurde. Aber dass es dich ärgert, das kann Reframing ändern!

„Es sind nicht die Dinge an sich, die uns beunruhigen,
sondern es ist die Bedeutung, die wir den Dingen geben.“
Epiktet

Es handelt sich dabei übrigens um eine Methode aus dem NLP, dem neurolinguistischem Programmieren. Du kannst ein Ereignis „neu einrahmen“, in dem du dir Fragen dazu stellst. Dazu gehören z.B.

  • Welche andere Bedeutung könnte das Problem haben, als die, die ich ihm zuerst gegeben habe? Oder anders gefragt: Wie könnte ich es noch sehen?
  • Inwiefern könnte das, was gerade passiert sein, gut für mich sein?
  • Was könnte ich daraus lernen?

Nicht alle Fragen passen zu jedem Problem. Und es gibt natürlich noch mehr mögliche Fragen, aber ich will den Beitrag ja nicht sprengen 😉

Lass uns die Fragen mal für das abgesagte Seminar beantworten:

  • andere Bedeutung/Sichtweise könnte sein: Oh, dann habe ich ja ein freies Wochenende. Ah, dann bekomme ich ja das schon bezahlte Geld zurück und kann mir doch xy kaufen.
  • es könnte gut für mich sein, weil ich dann endlich mal Zeit zum „nichtstun“ habe. Oder endlich mal zum IKEA wollte ohne Kind, und die Möglichkeit jetzt da ist. Der Babysitter ist ja schon organisiert.
  • ich könnte lernen, mich nicht frühzeitig auf Dinge zu freuen, die noch nicht 100%ig fest stehen. Ich kann aber auch lernen, mit spontanen Änderungen umzugehen, flexibel zu bleiben. Muss man das als Mutter nicht eh ständig?

Vielleicht wurde mir heute klar gemacht, dass es meinen Job nicht mehr lange geben wird, ich in den nächsten Monaten ganz sicher gekündigt werde. Die erste – völlig natürliche – Reaktion wäre Frust. Enttäuschung. Vielleicht Wut. Diese erste Reaktion ist reflexartig, darauf hast du kaum Einfluss. Du hast aber Einfluss darauf, ob du die Sache weiterhin so betrachten willst. Was könnte daran gut sein? Endlich habe ich einen Grund, mich nach einem neuen/besser bezahlten/herausfordernderen/spannenderen/sinnvolleren Job umzusehen, was ich ohne bevorstehende Kündigung nicht getan hätte. Oder die Gelegenheit für eine ganz neue Ausbildung nutzen. Es kann eine neue Chance für mich bedeuten. Ich kann lernen, solche Absagen nicht persönlich zu nehmen, sondern als Chance zur Entwicklung. Mit Enttäuschungen umzugehen. Mich auf neue Wege aufzumachen.

Wie gesagt kann Reframing das Problem an sich nicht lösen, aber die Sichtweise darauf ändern. Es ist wie diese Glas halb leer / halb voll Sache: Die gleiche Realität kann von zwei Personen völlig unterschiedlich wahrgenommen werden. Dazu noch eine Geschichte:

Arme Leute

Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie. Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn: „Wie war dieser Ausflug?“ „Sehr interessant!“ antwortete der Sohn. „Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?“ „Oh ja, Vater, das habe ich gesehen.“ „Was hast du also gelernt?“ fragte der Vater. Und der Sohn antwortete: „Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier. Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört. Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne. Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont.“ Der Vater war sprachlos. Und der Sohn fügte noch hinzu: „Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind.“

Es gibt immer verschiedene Arten, wie man Dinge betrachten kann. Allein du entscheidest, wie du sie betrachtest. Auch wenn dir gerade etwas beschissenes passiert ist, frage dich, wie du dem ganzen etwas Positives abgewinnen kannst, oder wie du es zumindest anders sehen kannst. Wie du es zu deinem Gold machen kannst. Es geht nicht darum, sich beschissene Dinge auf Teufel komm raus schön zu reden. Allein dass du dich damit beschäftigst, ob es vielleicht nicht nur negativ war, wird deine aktuelle Gefühlslage dazu schon verändern. Und wer weiß, wozu es gut war? Eine endlose Frage voller Möglichkeiten 🙂

Advertisements

Ein Gedanke zu “Reframing – oder wie man aus Scheiße Gold macht

  1. Pingback: Rezension: Bertl und Adele treffen Herrn Grant (Anzeige) | Mutter.Mit.Kind

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s