Mama ist erschöpft!

Ich verrate dir, warum ich die letze Zeit nichts mehr geschrieben habe: Ich bin erschöpft! Vollkommen fürchterlich total erschöpft. Zu erschöpft, um über die Erschöpfung zu schreiben. Akku komplett leer. Ladekabel derzeit nicht auffindbar. Mit leerem Akku strengt alles furchtbar an, jeder Schritt, jedes zur Arbeit gehen, jedes Aufstehen vom Sofa, jedes Essen zubereiten, jedes Kind ins Bett bringen. Funktionieren muss man trotzdem.

Warum ich so erschöpft bin? Weil es letzte – oder war es mittlerweile sogar schon vorletzte? – Woche im Kindergarten ein riesen Drama gab. Mehrere Tage hintereinander. Auf das ich gar nicht näher eingehen mag, aber sämtliche Pädagoginnen waren mit mir zusammen am verzweifeln, wir haben dann noch eine Psychologin hinzugezogen, und inzwischen eine Vorgehensweise gefunden die, zumindest derzeit, funktioniert ohne ein erneutes Drama auszulösen. Mich hat das so gestresst, wie lange nichts mehr. Und es hat sämtliche vorhandenen Energiereserven aufgebraucht. Ich bin nicht nah am Wasser gebaut und saß letzte Woche trotzdem eine halbe Stunde alleine heulend im Park. Und einmal kullerten mir Tränen runter, als mich morgens eine Pädagogin fragte, wie es mir geht. Vor lauter Erschöpfung! Diese halbe Woche Drama hat mich meine gesamte Energie gekostet. Es war absolut nichts mehr übrig. Ich bin jeden Tag zusammen mit Sohni schlafen gegangen, weil ich für nichts mehr Kraft hatte. Nicht einmal mehr, um noch einen Film anzuschauen. Ich konnte nur noch schlafen. Randvoll war der Akku vorher sicherlich auch nicht, aber es hat gereicht um den Alltag zu bewältigen.

Jetzt ist es sicher schon 1,5 Wochen her und ich laufe noch immer nur auf Reserve. Und frage mich langsam, ob die Energie von alleine zurückkehrt. Und komme zu dem Entschluss, dass dem wohl nicht so sein wird. Meinen Handyakku muss ich an der Steckdose aufladen. Ein Auto an der Tankstelle volltanken. Die wenigsten Dinge regenerieren sich „einfach so“. Ich schlafe derzeit, so viel es mir möglich ist. Das verhindert immerhin ein Zusammenbrechen, aber etwas mehr Energie wäre trotzdem ganz schön. Um nicht morgens nach dem Zähne putzen schon k.o. zu sein, wissend, dass man noch den ganzen Tag vor sich hat und das Kind noch nicht einmal wach ist.

Wie kommt man also wieder zu mehr Energie?

Dass Kaffee und Energydrinks nicht helfen, habe ich im Selbsttest letzte Woche herausgefunden.

Google gibt Tipps wie „Du bist ausgelaugt. Akzeptiere deine Erschöpfung!“ Aha. Schon passiert, ich akzeptiere es.

„Nimm dir eine Auszeit. Geh im Park spazieren, gönn dir eine Massage, geh schwimmen, trink im Bett gemütlich einen Tee.“ Diese Tipps sind offensichtlich nicht für Mütter, schon gar nicht für alleinerziehende. Ich meine, im Bett einen Tee trinken? Gemütlich? Wann soll das gehen, um 2 Uhr nachts?

Wobei ich denke, dass leichte Erschöpfungen bestimmt abgemildert werden, wenn man auf dem Weg von der Arbeit zum Kindergarten einen kurzen Spaziergang einlegt und mal etwas abschaltet. Was auch nur geht, wenn man dadurch nicht irgendwohin zu spät kommt etc. pp.

In diesem Artikel über Burn Out bei Müttern steht, es sei wichtig Techniken zu erlernen, die helfen sich aktiv zu entspannen. Leider wird nicht verraten, was für Techniken das wohl sein könnten…

Was ich sonst noch gefunden habe ist, Stresssituationen vermeiden. Jo, eh. Yoga, autogenes Training und Tai Chi können helfen. Yoga, also Familien Yoga, mache ich eh, allerdings mit Sohni zusammen, und das ist nicht gerade entspannend 😉 Auf YouTube findet man allerdings eine Menge zum Thema autogenes Training, oder geführte Meditationen, angefangen von 15 Minuten bis zu einer Stunde. Davon werde ich mal etwas probieren, wenn Sohni abends schläft. Wenn ich nicht zu müde bin… Man könnte evtl. auch eine 15 Minuten Meditation auf dem Weg zur Arbeit unterbringen. Für untertags – solange Kind wach ist – ist es glaube ich eher nicht praktizierbar.

Für irgendeine Übung musste ich mir vor Jahren einmal aufschreiben, aus was für Situationen ich Kraft schöpfe. Das sollte als eine Art Ressourcen-Pool dienen. Ich weiß ungefähr, wo ich diese Liste finde. Aber auch, dass sie mir nichts nützt, weil ich damals noch kein Kind hatte 😉 Mein Leben hat sich seit dem so sehr verändert, dass die meisten von den Dingen in meinem Leben gar nicht mehr vorkommen. Es wird somit Zeit für eine neue Liste, über die ich erst einmal nachdenken muss.

Aber nicht jetzt, ich bin zu erschöpft vom schreiben 😀

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8 Gedanken zu “Mama ist erschöpft!

  1. Ich habe meinen Mädels klar zu verstehen gegeben, dass ich grad nicht mehr kann. Und ihnen gesagt wenn sie wollen, dass ich weiter leise bleibe und mich nicht aufrege, einfach weil ich kaputt bin, brauch ich jetzt 30 Minuten Pause. Für mich, auf dem Sofa. Einfach hinlegen und Augen zu. Damit wurde es etwas besser.
    Ich musste akzeptieren, dass Perfektionismus und Alleinerziehend nicht gut zusammen passt. Wenn der Haushalt nicht perfekt ist, dann ist das halt so.
    Und ich habe die Termine im Familienkalender radikal zusammengestrichen. Quasi auf null. Alle sagten „das kannst du nicht tun, die Kinder müssen doch hierhin und dorthin“. Müssen sie nicht.
    Sie brauchen eine starke Mama. Und die hatten sie ab diesem Zeitpunkt auch wieder 🙂

    Ich wünsch Dir viel Erfolg bei der Suche nach den Dingen, die Dich entspannen. Vielleicht entspannt ihr einfach gemeinsam? 😉

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    • Klingt nach einer tollen Lösung, die du gefunden hast, Termine im Kalender radikal zu streichen. Wir haben zum Glück kaum welche (Sohni ist ja erst 3, wobei da gibts auch Kinder mit gefühlten 20 Kursen pro Woche…).
      Da hast du instinktiv das Flugzeug-Prinzip angewandt: Zuerst die Mutter, dann die Kinder – wie mit der Sauerstoffmaske.

      Wie alt waren deine Töchter, als sie akzeptiert haben dass 30 Minuten Sofa (alleine) ok sein müssen? Wenn ich sowas anbringe, habe ich das Gefühl, Sohni will erstrecht auf mir herumspringen, mich vollquasseln, etc. 🙂 Dem Erfinder des Fernsehgerätes bin ich zu ewigem Dank verpflichtet 😀

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      • Meine kleine Tochter war da vier, also nur unwesentlich älter. Sie war auch so quirlig, aber sie hat es nach und nach verstanden. Ich hab einfach immer wieder in Bildern versucht zu beschreiben wie es mir geht und was passiert wenn sich nichts ändert.
        Jetzt ist sie 13, und auch froh wenn ich sie in Ruhe lasse 🙂
        Es ist auch so: nur wenn es der Mutter gut geht, geht es auch den Kindern gut … Das ist dann also nicht mal egoistisch 🙂
        Liebe Grüße, Karen

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  2. Ich kann das super nachempfinden. Ganz klasse sind auch immer die Tipps der Mitmenschen. “Geh abends doch nochmal ne Runde ums Haus“, “du musst mal was nur für dich tun“. Letzteres wäre dann wohl der Entspannungstee nachts um 2 Uhr…
    Sag bescheid, wenn Du die Liste gefunden hast 😉

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    • hihi, ja bei „geh mal ne Runde raus, frische Luft schnappen“ denk ich mir auch immer was. Ich kann ja schlecht einen 3 1/2jährigen währenddessen allein zu Hause lassen. Babysitter organisieren artet nur in zusätzlichen Stress aus. Mein Geheimtipp: Baldriantropfen. Einmalige Anwendung genügt. Schmeckt so grauslig, da ist man beim Gedanken daran sofort wieder zwangs-entspannt, bloß um sie nicht nochmal nehmen zu müssen 😉

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  3. Hallo im Moment sind recht viele Freundinnen von mir ausgelaugt und erschöpft auch ich.
    Bei mir ging auch eine Stresssituationen voraus. Ich bevorzuge das Bett auch schon um 20 Uhr:-( .Du bist nicht alleine.Aber natürlich als Alleinerziehende musst du alles alleine bewältigen das ist hart.
    Ich finde das Wetter spielt im Moment auch eine Rolle.Kein einziger Sonnenstrahl zu sehen den ganzen Tag ist mega frustrierend 😦
    Könnte dein Sohn eine halbe Stunde länger bleiben im Kindergarten? Dann hast du wenigstens etwas Zeit für einen Spaziergang oder was mir hilft in dieser trüben Zeit -Solarium- die Wärme und das Licht.Letzte Woche habe ich mir bewusst eine halbe Stunde Zeit genommen bin in ein Cafe gesessen und hab mein Kaffee genossen.
    ICH WEISS es sind nur kleine Tips aber vielleicht schaffst du es damit nach und nach deine Batterien zu laden.

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    • Zum Glück ist diese Erschöpfung schon über ein halbes Jahr her 🙂 Die nicht zuletzt von der hilflosigkeit und ratlosigkeit kam, wie ich die Situation bewältigen soll dass mein Sohn fürchterliche Tobsuchtsanfälle bekam, die nichteinmal studierte Pädagoginnen zu mildern vermochten. Zum Glück hat sich damals alles irgendwie ausgeschlichen indem jede Pädagogin Lösungsvorschläge brachte, ich alle probierte und letztlich irgendwas davon half. Der Weg dahin war hart. Nach einem kurzem Urlaub (der übrigens fürchterlich war :-)) ging dann alles so problemlos, als hätte es nie ein Problem gegeben.
      Heute sieht alles – zum großen Glück – wieder ganz anders aus! Und dafür bin ich meeega dankbar 🙂

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