Ein Wochenende zwischen Hundekotze und Kinderkacke

Kind mit Hund2

Ich hatte dieses Wochenende meinen eigenen Hund zu Besuch. Klingt komisch, ist aber so. Hundi ist ein Trennungshund. Zuerst war ich also schon alleinerziehende Hundemama. Aber da hatte ich immer wieder Unterstützung. Eigentlich hätte Hundi bei mir bleiben sollen, anfangs war das auch so. Allerdings bin ich oft an meine Grenzen gestoßen.

Tatsächlich vorgekommene Worst-case-Szenarien: Es ist mitten in der Nacht, Kind schläft, Hund hat Durchfall und muss dringend raus. Mit Partner wohl kein Problem,  aber so musste ich das schlafende Kind ins Tragetuch binden und mitnehmen. Oder andersrum: Kind hat Durchfall, kotzt und/oder hat Fieber. Eigentlich würde man es gern daheim lassen, aber geht ja nicht… Es muss mitkommen, wenn man mit dem Hund rausgeht. Selbst krank und dann noch um Kind und Hund kümmern alleine, ohne dass sich jemand um mich kümmert, war dann noch schöner.

Der entscheidende Grund, warum Hundi dann zu Herrchen gezogen ist war aber, dass ich es mit der Arbeit nicht mehr unter einen Hut bekommen hätte. Um 8 Arbeitsbeginn, mind. 30 Minuten Wegzeit ab Kindergarten, vorher Kind eben dort hin bringen, vorher zu Hause herrichten, und DAVOR noch mit Hund und Kind eine lange Gassirunde drehen – es war klar dass das nicht immer reibungslos funktioniert hätte. Herrchen hat sich zum Glück freiwillig bereit erklärt, Hundi zu sich zu nehmen. Ins Tierheim oder zu Fremden hätte ich sie nie gegeben, dann hätte ich es schon irgendwie geschafft alles. Aber so war es für alle, inkl Hundi, die beste Lösung. Es fühlte sich für mich aber lange nach totalem Versagen an. Inzwischen bin ich über diese Lösung aber wahnsinnig froh, denn Kind UND Hund fordert extrem. Außerdem sehe sie halbwegs regelmäßig (eh wann immer ich will) und nehme sie auch, wenn Herrchen wie jetzt gerade übers Wochenende wegfährt.

Aber wie sieht nun ein Wochenende mit Kind und Hund aus?

Samstag früh, erster Kaffee. Ich habe erst zwei Schluck getrunken als ich höre, dass der Hund komische Geräusche macht. Er kotzt! Ich sehe nur den Schwanz und ahne, dass es den Spielteppich um die Ecke erwischen wird. Ich eile hin in der Hoffnung, den Hund noch ein paar cm weiter schieben zu können, bevor es zu spät ist. Es ist aber schon zu spät. Das gesamte zuvor gegessene Hundefutter liegt vermischt mit irgendwas punktgenau auf einer Puzzlepackung – mitten auf dem Teppich. Ich staune. Das hat sie ja gut hinbekommen, der Teppich selbst hat nichts abbekommen! Ich balanciere die Puzzlepackung samt Hundekotze zum Mistkübel und entsorge sie unter Sohnis Protest. Ich will eigentlich nur Kaffee trinken. Dann erledigt Sohni sein großes Geschäft ins Töpfchen und Hundi scheint sehr interessiert daran, ich stehe also abwartend daneben und entsorge sofort. Ich wollte doch bloß Kaffee trinken, ahhhhhhh.

Restlicher Tag ok, bloß dass Sohni mittags nicht nochmals mit Hundi raus wollte. Ich sagte ok, aber wir müssen dann eine große Runde am Abend gehen. Er sagt zu. Hält sich aber später nicht dran, es gibt ein riesen Theater, als wir – also Hundi und ich – rausgehen wollen. Er schreit, wütet, wehrt sich mit ganzer Kraft. Ich schaffe es nicht mal ihm die Schuhe anzuziehen. Ich überlege kurz ob ich verantworten kann, ihn allein zu Hause zu lassen. Kann ich aber nicht, er ist erst 3 1/2. Ich versuche ruhig zu bleiben, erkläre viel, wie z.B. dass er ja sicher nicht möchte, dass Hundi auf seinen Teppich macht etc. Möchte er ja auch nicht, aber rausgehen will er offenbar trotzdem nicht. Bestechungsversuche mit Gummibärchen schlagen ebenfalls fehl. Ich raste aus und werde ziemlich grob, aber zumindest hilft es. Sowas löst in meinem Gehirn natürlich einen Lerneffekt aus – werde grob und laut, dann funktioniert es. Ich kämpfe seit langem dagegen an, aber solche Situationen sind dann schon schwierig. Draußen schweigen wir uns dann lange an, weil wir jeweils aufeinander stinksauer sind. Aber alle haben überlebt!

Sonntag, 06:04 Uhr. Eine feuchte Hundenase stubst mein Gesicht. Ich drehe mich um, sogar Sohni schläft noch.

7:10 Uhr. Sohni wacht auf und stellt innerhalb einer Minute verbal fest, dass er wach ist, dass es schon hell ist, dass heute ein Sommertag ist (???), dass er nicht weiß wo Hundi gerade ist, dass wir aufstehen könnten. Mir klingeln die Ohren… Im Gegensatz zu mir steht er sofort auf.

Ich beschließe, dass wir zu allererst mit Hundi auf die naheliegende Hundewiese gehen, damit sie ihre Geschäfte verrichten kann und ich dann in Ruhe frühstücken kann. Sohni und ich stehen fertig vor der Tür, Hundi kommt nicht. Trotz rufen. Mich überkommt der Gedanke, sie könnte gerade wieder kotzen und diesmal wirklich den Teppich erwischen… Ängstlich laufe ich hoch, aber der Hund sitzt bloß erwartungsfreudig neben dem leeren Futternapf.

Später sind wir lange mit Freunden unterwegs an der Donau inkl. ur guter Burger essen. 5 Stunden später wieder daheim angekommen, liegt das erschöpfte, inzwischen 9jährige Hundi sofort im Tiefschlaf auf dem Boden. Ich, ebenfalls erschöpft, nicke am Sofa kurz ein während Sohni nicht ganz so müde zu sein scheint und Fernsehen schaut.

Ich trinke jetzt noch einen letzten Wochenend-Kaffe – hoffentlich ohne Zwischenfälle – und dann bringen wir Hundi zurück zu Herrchen. Wir werden heute alle gut schlafen 🙂

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s