Wahrnehmungsstörung Teil 2 – der Denver Test

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Nach dem Urlaub ging es heute mit der Entwicklungsdiagnostik weiter.

Heute hatten wir nun den sogenannten Denver Test. Der heißt so, weil er in der Stadt Denver entwickelt wurde. Damit kann die Entwicklung von Kindern zwischen 1 und 6 Jahren getestet werden, man sieht also, ob das Kind in verschiedenen Bereichen durchschnittlich entwickelt ist, oder ob es noch irgendwo Defizite gibt. Getestet werden die Bereiche sozialer Kontakt, Feinmotorik und Adaption, Sprache und als letztes Grobmotorik.

Wie läuft so ein Test in der Praxis ab?

Darunter konnte ich mir vorher rein gar nichts vorstellen, und habe auch im Internet nichts über den Ablauf gefunden. Es hieß, wir sollten eine Stunde einplanen. Die „Versuchsleiterin“ war nicht die Ärztin, sondern eine andere junge Dame. Zuerst hat sie Sohni verschiedene Sachen gefragt, z.B. wie er heißt, wie alt er ist, ob er in den Kindergarten geht, ob er dort Freunde hat. Da antwortet er übrigens immer, dass er keine Freunde hat und die anderen Kinder ihn stören. Tatsächlich spielt er meines Wissens nach lieber allein, oder hängt bei den Erwachsenen rum und lässt sich vorlesen.

Dann baute die Leiterin einen kleinen Turm aus Bauklötzen, den Sohni genauso nachbauen sollte. Zuerst gab es eine kleine Differenz, aber er hat es noch ausgebessert. Er sollte dann zeigen wie er Türme baut aus den Bauklötzen, da kam auch die Ärztin kurz dazu und hat zugeschaut. Er sollte ein Bild malen und anschließend etwas nachzeichnen, was die Leiterin vormalte (Strich quer über das Blatt, dann längs, dann einen kurzen Strich und einen langen). Dann sollte er noch zeigen ob er hüpfen kann, und ob er auf einem Bein hüpfen kann (letzteres kann er nicht). Er sollte Farben benennen, das kann er nicht, oder er sagt es oft absichtlich falsch – das habe ich noch nicht durchschaut. Dazwischen wurde ich alles mögliche gefragt, z.B. ob er die Mehrzahl verwendet oder nur die Einzahl, ob er sich selbst an- und ausziehen kann, ob er sich selbst die Hände waschen und abtrocknen kann, auf welche Art er Treppen rauf/runter geht. Die junge Frau machte Kreuzchen, Häkchen und Notizen auf einer kompliziert aussehenden Tabelle. Vielleicht sah sie nur für mich kompliziert aus, weil ich sie nur auf dem Kopf gesehen habe 🙂

Nach diesem Test mussten wir zur Ärztin, die inzwischen mit der Versuchsleiterin alles besprochen hatte. Auf einem Zettel steht nun „Entwicklungsdyspraxie – Wahrnehmungsstörung va va visuell räumlich“. Ich bekomme noch einen ausführlichen Brief mit der genauen Diagnose zugeschickt.

Hinausgegangen sind wir mit einem Termin im Juli zum EEG (Gehirnströme messen) und einer Verordnung zur Ergotherapie, 20 Mal zu je 60 Minuten. Zum Glück auch mit einer Liste an KassentherapeutInnen, denn privat wären wir dafür 1000€ los. Und das wäre schon abzüglich des Beitrages, den die Kasse erstatten würde. Das wäre dann doch etwas arg viel… Nun werde ich herumtelefonieren, wer wohl noch einen Platz für uns frei hat. Irritiert hat mich nur die Aussage zum Schluss, dass Sohni ja erst 3 1/2 ist und wir das bis er zur Schule geht schon hinkriegen werden. Bis er zur Schule geht??? Ähm, das sind noch Jaaaahre!

Aber ich bin guter Dinge, dass sich nach den ersten paar Einheiten Ergo schon etwas merklich bessern wird. Jetzt musst du mir nur noch die Daumen drücken, dass ich bald einen Therapieplatz in der Nähe bekomme.

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3 Gedanken zu “Wahrnehmungsstörung Teil 2 – der Denver Test

  1. Pingback: von der Diagnostik zur Therapie zur Diagnostik – und zurück | Mutter.Mit.Kind

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