Kampf dem ewigen Sabbern – mit der Zahnbürste!

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„Kriegt er Zähne?“ – eine Frage, dich ich schon soooo oft gehört habe. Und bis vor, sagen wir mal 1,5 Jahren auch noch mit Ja beantworten konnte. Aber mit knapp 4 sind bei Sohni natürlich alle Zähne schon längst da, trotzdem fließt der Sabber…

Als Sohni jünger war, trug er immer diese Sabberlätzchen. Aber nicht nur eines, sondern zwei oder drei am Tag. Das erste war nach wenigen Stunden durchnässt 🙂 Ohne hätte man ihm ständig ein neues Tshirt anziehen müssen. Damals hieß es, er zahnt halt. Ja, da produzieren Kinder vermehrt Speichelfluss, hört und liest man überall, nimmt man so hin und denkt sich, dann ist es ja bald vorbei.

Irgendwann waren aber alle Zähne da, das Sabbern aber nicht vorbei. Da man aber zu diesem Zeitpunkt auch entdeckte dass Sohni Polypen hat, die operativ entfernt werden müssen, erklärte man das Sabbern mit „Er atmet halt immer durch den Mund, da er durch die Nase schlecht Luft bekommt. Da der Mund dadurch ständig offen ist, sabbert er“. Also müsste nach der OP das Sabbern mal ein Ende haben.

Hatte es auch kurz, aber dann fing es wieder an. Gerade im letzten halben Jahr wieder vermehrt. Jetzt ziehe ich ihm keine Sabberlätzchen mehr an (das sieht bei einem ca. 110m großem Kind dann doch irgendwie albern aus), aber sein Tshirt war halt permanent nass.

Vor kurzem habe ich unsere Ergotherapeutin gefragt, ob sie weiß woran das liegen kann, bzw. was man dagegen tun kann. Und tatsächlich hat sie mir eine Erklärung geliefert: Sohni hat eine schwach ausgeprägte Gesichtsmuskulatur! Sabbern ist ein natürlicher Prozess, weil ein Baby ja erstmal lernen muss, seinen Mund zu kontrollieren. Mit fast 4 sollten das die meisten Kinder allerdings schon können, wenn da noch vermehrt Speichel produziert wird, muss man der Muskulatur etwas nachhelfen.

Wie trainiert man Gesichtsmuskeln?

Es gibt offenbar extra dafür Vibrationsstifte, nämlich diese hier. Mit diesem Stift kann man die Mundhöhle abfahren, wobei die Vibrationen die Muskulatur anregen – den gleichen Effekt hat aber auch ganz einfach eine elektrische Zahnbürste! Ich habe jetzt für Sohni eine neue Zahnbürste gekauft, zuerst putzen wir ganz normal die Zähne und dann „spielen“ wir damit noch. Ich fahre damit die Backenhöhlen ab, die Innen- und Außenseiten der Lippen etc. Sohni ist total begeistert und nach nur 2 Wochen habe ich wirklich schon das Gefühl, dass der Speichelfluss weniger geworden ist!

Eine weitere Methode ist das Grimassen schneiden – wer das selbst einmal ausprobiert spürt, dass hier wirklich viele Muskeln im Mundbereich beansprucht werden. Also ein gutes Training, dass auch noch Spaß macht 😉

Außerdem hilft auch pusten. Damit man nicht „sinnlos“ herumpustet kann man daraus ein Spiel machen, das Kind kann z.B. versuchen eine Feder eine kurze Strecke bis zu einem Ziel zu pusten. Oder natürlich Seifenblasen pusten!

Ergänzung: Eine Woche später ein weiterer Tipp der Ergofrau – Strohhalme! Nämlich eher zähflüssige Sachen wie Joghurt durch einen Strohhalm trinken lassen. Dadruch wird gelernt den Mund richtig zu schließen und auch die Bewegung vom Saugen setzt ja einige Muskeln in Gang. Werden wir probieren!

Es gibt auch LogopädInnen, die bereits mit kleinen Kindern arbeiten. Aber unsere Ergotherapeutin meinte, wir sollen es erstmal einfach zu Hause mit diesen Übungen versuchen.

Und wenn meine Einbildung mich da nicht täuscht – ist es wirklich schon besser! Vielleicht kann die ein oder andere diesen Tipp ebenfalls gebrauchen 🙂

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2 Gedanken zu “Kampf dem ewigen Sabbern – mit der Zahnbürste!

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