Selbstzweifel – go home!

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Selbstzweifel sind so eine unnötige Erfindung. Da hat man eine tolle Idee, freut sich – und kurz vor der Umsetzung: Bäm! Selbstzweifel. „Willst du das wirklich machen??“ „Wird das nicht vielleicht peinlich?“ „Was sagen die anderen bloß dazu?“

Ich habe das gerade, und weiß, dass das ganz ganz bestimmt jeder schon einmal erlebt hat. Und dabei ist es offenbar ziemlich egal, ob es sich dabei um etwas großes handelt („Ich will ein Buch schreiben“ – „Wirklich?? DU ein Buch? Wer soll das lesen??“) oder um etwas kleines („Ich will mir High Heels kaufen“ – „Wirklich?? DU? Wie soll das aussehen wenn du damit läufst? Man wird dich auslachen). Stimmt´s?

Kann man eigentlich überhaupt eine Idee haben und nicht von diesen hinterlistigen Zweifeln heimgesucht werden, die einem den ganzen Spaß an der Sache nehmen?

Wie gesagt habe ich das „Problem“ selbst gerade. Dabei habe ich vor ca. 4 Monaten erst gelernt, wie man damit am besten umgeht. Wie diese Zweifel entstehen. Und warum überhaupt. Wo die herkommen. Akute Zweifel sind doch jetzt also eine gute Gelegenheit, dieses Wissen wieder auszugraben und mit Leidensgenossen zu teilen.

Engelchen & Teufelchen

Den inneren Kritiker – so kann man diese Zweifel nennen – hat jeder. Die Stimme aus dem Off, die einen warnt, etwas doch bitte bloß nicht zu tun, weil das mega peinlich enden könnte. Die auf die Frage „Soll ich…?“ meistens mit „Nee, lass mal lieber…“ antwortet. Der innere Kritiker stützt sich dabei auf Erlebnisse aus der Vergangenheit, der vergisst nämlich nix. Da wird alles gespeichert was jemals im Leben – und das sind bei mir immerhin auch schon 35 Jahre – schief gegangen ist, peinlich war, blöd gelaufen ist etc. Und im Grunde meint er es nur gut, er will mich ja davor bewahren, dass es wieder schlecht ausgeht. Also auch bitte bloß keine Veränderung, denn die könnte unter Umständen ja in die Hose gehen, Sicherheit geht vor! Aber nun ja, so kommt man ja nicht vom Fleck.

Den inneren Coach – die zweite Stimme aus dem Off – hat ebenfalls jeder, aber hört nicht jeder. Der Kritiker ist nämlich meistens viel lauter, und da wir auch auf ihn hören, wird er dadurch noch lauter. Der innere Coach hingegen findet meistens nicht soo viel Beachtung. Das ist der, der auf die Frage „Soll ich…“ mit „Och, ja, was hast du denn schon zu verlieren? Mehr als schiefgehen kann es doch nicht“ antwortet. Oder wie eine Freundin von mir immer sagt „Gehste nicht von tot, also mach“ 😉 Diese Stimme ermutigt uns vorwärts zu gehen, neues auszuprobieren.

Der Kritiker zieht also seine Erfahrung aus der Vergangenheit. Der Coach, der ja auch ein Anteil in uns ist, ist zukunftsorientiert. Er betrachtet die gleiche Vergangenheit, nur auf eine ganz andere Art und Weise. Den Job damals nicht bekommen? Ist doch egal, danach kam doch einer der viel besser war, weißt du nicht mehr? Die Wohnung damals wurde weggeschnappt? Macht nichts, deshalb bist du danach doch in ein anderes Viertel gezogen und hast dort jemanden tollen kennengelernt. Der Coach sieht das Positive in den Ereignissen, wo der Kritiker nur das negative sieht.

Der Kritiker wird übrigens nicht nur von eigenen schlechten Erfahrungen genährt, sondern auch von diversen blöden Sprüchen vermeintlicher Freunde oder auch der Eltern früher. Hört man sehr oft, oder hat man in der Kindheit oft gehört „das wird doch nix, lass das doch lieber. Du verrennst dich da. Der will dich eh nicht. So einen Job bekommt eine wie du nicht. DAMIT kann man doch kein Geld verdienen“ etc. – das merkt sich der Kritiker natürlich auch und packt das bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus. Je öfter man das hört, desto glaubwürdiger erscheint es einem leider. Und das, was da ganz groß mitschwingt ist „Du bist nicht gut genug!“ Dagegen hilft nur sich immer und immer wieder zu sagen „Ich bin in Ordnung, so wie ich bin!“ Auch wenn du dir das anfangs vielleicht selbst nicht glaubst. Dass du nicht gut genug bist, glaubst du schließlich auch, weil du es oft gehört hast, oder? Siehe dazu auch den Artikel über Affirmationen.

Wie kann man jetzt also diese Zweifel loswerden?

Im Grunde kann man sie nicht wirklich „loswerden“. Es ist völlig normal vor etwas Angst zu haben, dessen gutes Gelingen nicht 100%ig vorauszusehen ist (Kritiker). Man kann aber auch frohen Mutes voranschreiten, denn ein Scheitern kann ja ebenfalls nicht 100%ig vorausgesagt werden (Coach). Folgendes hilft:

Bewusst werden! Sobald du merkst dass du zweifelst, stell dir deinen Kritiker vor! Werde dir bewusst, ah ja, da ist ja jetzt der innere Kritiker am Werk. Halte ihm in Gedanken ein Stoppschild hin, oder klebe ihm ein Pflaster auf den Mund. Oder dreh einfach an einem Lautstärkeregler, drück auf den Mute Knopf.

Dann schau dich innerlich um, ob da nicht auch der innere Coach irgendwo ist. Ob du irgendwo eine leise ermutigende Stimme hörst, die positiv in die Zukunft schaut. Bei dieser drehst du dann innerlich die Lautstärke einfach nach oben.

Mein innerer Kritiker sagt übrigens gerade, dass das hier für viele sicherlich völlig albern klingt, aber es funktioniert. Denk daran, dass das Gehirn in Bildern denkt. Sich etwas bildlich vorzustellen ist daher immer ein guter Weg ins Unterbewusstsein vorzudringen. Und diese zwei inneren Stimmen kennst du sicherlich, auch wenn dir das albern vorkommen mag. Wahrscheinlich hörst du die kritische, zweifelnde und warnende Stimme öfter als die aufmunternde. Du kannst dich aber bewusst entscheiden, auf die Selbstzweifel nicht mehr zu hören, sie leiser zu drehen und dafür deine Aufmerksamkeit auf den inneren Coach zu lenken.

Probier es einfach mal aus! Mir persönlich hat das aufschreiben und dadurch erinnern jetzt geholfen. Ich weiß jetzt, dass meine Selbstzweifel von vorhin von meinem inneren Kritiker rausgebrüllt wurden. Weil er sich sorgt, dass alles nicht so läuft wie ich es gern hätte, ich dann enttäuscht bin, etc. Ich sage jetzt danke lieber Kritiker für deine Sorge, und jetzt:

Selbstzweifel – go home!

Den Kritiker habe ich stumm geschaltet und den Coach auf dem anderen Kanal voll aufgedreht. So lässt es sich schon etwas leichter leben 🙂

Liebe Grüße

Mireya

 

P.S.: Wenn du wissen willst, wo man so schlaue Sachen lernen kann: Z.b. auf der Coaching Plattform Happiness House, in der ich Mitglied bin.

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