Kann man als Mama in Leichtigkeit leben? Geht!

Leichtigkeit

Sabine von daheimundmehr hat die Frage gestellt, was andere Mütter sich eigentlich für Auszeiten gönnen. Die Freizeit einer Mutter sei knapp bemessen, sagt sie. Nun, die Freizeit einer ganz-alleinerziehenden Mutter ist dann quasi gar nicht vorhanden. Kann man sich da trotzdem was gönnen?

So ganz ohne Partner und dazu ohne Familie in der Nähe liegt es ja auf der Hand, dass man im Grunde keine nennenswerte Freizeit hat, als Mutter eines knapp 4jährigen. Trotzdem, wenn ich mir die anderen Beiträge so durchlese drängt sich mir der Gedanke auf „Mensch, geht es mir gut“. Und wirklich – mir geht es unglaublich gut, ich fühle mich „in meiner Mitte“ oder wie man das nennt, ausgeglichen, glücklich, leicht, kraftvoll. Habe ich mehr Auszeiten? Wohl kaum. Weiß ich sie mehr zu schätzen? Vielleicht. Habe ich einfach einen anderen Blickwinkel auf alles? Vermutlich.

Welche „Auszeiten“ habe ich denn?

Nun, ich gehe 32 Stunden pro Woche arbeiten. Zählt das?  😉 Ich gehe jedenfalls wirklich gerne arbeiten und empfinde trotz großem Stress meine Arbeit nicht als anstrengend. Würde sie mir mehr Kraft rauben als geben, würde ich mich wohl nach etwas anderem umsehen. Je mehr Stress am Tag war, je chaotischer alles abgelaufen ist und je mehr ich gleichzeitig tun musste, um so fröhlicher gehe ich nachmittags raus. Während meine Kollegin nach der gleichen Zeit auf die gleiche Arbeit zurückblickt und erschöpft feststellt wie schrecklich es ist, dass wir so viel zu tun haben, blicke ich auf die Arbeit zurück und sage „ist es nicht genial, wie wir das heute wieder gewuppt haben?“ und freue mich dabei.

Einmal pro Woche versuche ich für 45 Minuten ins Fitnesscenter zu gehen. Das schaffe ich, weil es auf dem Weg zwischen Arbeit und Kindergarten liegt, und ich es Sohni durchaus zutraue mal länger im Kindergarten zu bleiben, als es „unbedingt sein muss“. Dort spielt er wenigstens pädagogisch wertvolle Sachen, im Gegensatz zu zu Hause  😀 Ok, es ist nicht meine Lieblingsbeschäftigung mich dort abzustrampeln, aber immerhin tue ich dort etwas für meinen Körper, und verbringe Zeit mit mir allein, und das wiederum tue ich sehr gern  🙂

Weitere Freiräume habe ich – theoretisch – bevor Sohni aufwacht und nachdem er eingeschlafen ist.

Bevor Sohni aufwacht – am Wochenende wacht er vor mir auf, da gibt es also keine Freizeit. Unter der Woche weckt mich der Wecker, und ich schaffe es immerhin mir die Zähne zu putzen und mich anzuziehen bevor ich ihn wecken muss, damit wir los können. Also mit Auszeit hat das nichts zu tun  😉

Aber er schläft ja am Abend auch irgendwann mal ein. Meistens so gegen 20:30 Uhr. In der Regel gehe ich nicht vor 22 Uhr schlafen, somit kann ich – wenn alles gut läuft, mindestens 1,5 Stunden am Abend tun was ich will. Nun ja, außer natürlich das Haus zu verlassen.

Was tue ich da also? Sicher nichts, was mir keinen Spaß macht. Überhaupt tue ich wirklich sehr wenig Dinge, die mir keinen Spaß machen. Haushalt inkl. Kochen macht mir übrigens keinen Spaß  😉

Ich schätze, an 5 von 7 Tagen schaue ich abends Serien. Nicht irgendwas, was halt gerade so läuft und mich eigentlich gar nicht interessiert. Wie gesagt, ich achte darauf, dass ich alles was ich tue auch gern tue  🙂 Ich habe also ein paar Serien, die ich wahnsinnig gerne schaue und mich schon darauf freue, dass ich endlich weiterschauen kann wenn Sohni schläft. Amazon Prime und Co macht es ja möglich, jederzeit fast alles schauen zu können.

Mindestens einmal pro Woche beschäftige ich mich am Abend auf der Coaching Plattform Happiness House mit Dingen, die mich in irgendeiner Art weiterbringen. Mich persönlich. Nicht als Mutter, sondern einfach als ich. Es tut erstaunlich gut und gibt viel Kraft, sich einfach mal über sich selbst Gedanken zu machen. Was ist mir eigentlich wichtig im Leben? Was motiviert mich, etwas zu tun? Brauche ich eher Anerkennung, oder eher die Unabhängigkeit um zufrieden zu sein? Was kann ich gut? Was will ich noch erreichen?

Und vermutlich tue ich einmal die Woche abends gar nichts. Bzw. kann man ja nicht gar nichts machen, ich vertrödel halt meine Zeit mit Facebook und Co.

Natürlich habe ich als Single einen klaren Vorteil, denn ich kann wirklich tun was ICH will, sobald das Kind schläft. Aber auch das kann man anders sehen: Sicherlich wären viele in der gleichen Situation traurig, niemanden an ihrer Seite zu haben, mit niemandem Aufgaben teilen zu können. Es gibt auf alles verschiedene Sichtweisen. Ich kann viele Dinge nicht ändern, aber wie ich damit umgehe und wie ich sie empfinde, das kann ich sehr wohl ändern.

Ich lenke meine Aufmerksamkeit lieber auf die Fülle als auf den Mangel. Dabei mangelt es mir an ziemlich vielem. Natürlich. Ich bin alleinerziehend mit Teilzeitjob ohne Managergehalt, ich habe keinen Partner, meine Familie wohnt weit weg, für jedes allein-außer-Haus-gehen muss ich mühsam einen Babysitter suchen, der dann sowieso wieder absagt etc. pp. Ich kann den ganzen Tag auf diesen Mangel schauen und unglücklich sein.

ODER: Ich schaue auf das, was ich habe. Davon gibts auch viel. Meine Wohnung ist super schön. Yeah! Montag fängt die 7.Staffel von The Walking Dead an – und ich werde es schauen können weil Sohni da schon schläft. Grooooßartig! Es gibt Menschen, die mögen mich. Richtig gerne sogar, wow! Ich hab eine Badewanne und kann ein Bad nehmen, wann immer ich will *whoopwhoop* (natürlich mache ich das auch in den 1,5 Stunden Abend-Freizeit – hey übrigens, ich HABE Abendfreizeit… juhuuuuu).

Das ist wohl einer der „Tricks“, warum ich mit den Auszeiten, die andere nicht einmal als solche bezeichnen würden, völlig happy bin. Außerdem lese ich oft „ich muss dies und jenes, ich muss ich muss ich muss, die vielen Aufgaben erdrücken mich“.

ICH muss nix. Ich muss hier nicht putzen, wenn ich keine Lust habe (ich schwöre, niemand kommt kontrollieren und bestraft mich, wenn hier alles rumliegt!). Ich muss auch nicht die Wäsche waschen, wenn ich gerade keinen Bock habe. Ich habe dann halt irgendwann nichts mehr zum anziehen. Ich muss auch nicht kochen, ich kann ja was fertiges aufwärmen / bestellen / einfach ein Brot essen. Müssen tu ich gar nix. Eine weitere Erkenntnis, die mich entspannt und glücklich sein lässt, mit allem so wie es ist. Wenn ich etwas tue, dann weil ich es will.

Um also die Frage zu beantworten, was ich mir als Mutter gönne und gutes tue: Ich habe mich ganz einfach entschieden, glücklich zu sein und mein Leben mit Leichtigkeit zu leben. Und das mache ich, so oft es mir möglich ist. Ob Auszeit oder nicht. That´s it.

Glückliche und leichte Grüße

Mireya

 

P.S.: Zum Thema „Müssen / nicht müssen“ – wer da so seine Probleme hat, und sich erdrückt fühlt von den vielen – vermeintlichen – Pflichten, dem empfehle ich diesen einstündigen Talk mit Diplompsychologen und Verhaltenstherapeut Jens Corssen mal anzuschauen.

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16 Gedanken zu “Kann man als Mama in Leichtigkeit leben? Geht!

  1. Pingback: Blogparade „Was ich mir als Mutter gönne“ | daheim und mehr

  2. Hat dies auf marasgedanken rebloggt und kommentierte:
    Mireya von muttermitkind ( muttermitkind.wordpress.com )hat einen für mich persönlich sehr interessanten Beitrag darüber geschrieben, wie es ihr gelingt, ihr Mutterdasein mit mehr Leichtigkeit zu leben. Sie verweist außerdem auf ein einstündiges Gespräch mit dem Verhaltenstherapeuten Jens Corssen, das ich als sehr bereichernd empfinde.

    Gefällt 1 Person

  3. So möchte ich auch sein! Leider schaffe ich es nicht; ich bin oft erschlagen vom Stress und Müssen und dem Alleinsein. Natürlich nicht immer und ich weiß auch zu schätzen was ich alles habe, aber so positiv zu denken wie Du, fällt doch manchmal schwer. Dein Beitrag ist inspirierend und ich würde ihn auch gern rebloggen, falls ich darf? Und falls ich es hinbekomme, hab das noch nie gemacht. Liebe Grüße, Tina

    Gefällt 1 Person

    • Ach liebe Tina, glaub mir, gerade als Sohni auf die Welt kam fand ich alles einfach nur zum kotzen. Und das waren keine glitzernden Regenbögen, die ich da kotzen wollte 😉 Das war lange so, und als er ein Jahr alt war, bin ich nur knapp an einem Burn Out vorbeigeschrappt. Die gute Nachricht ist: Das Gehirn ist ein Muskel! Und lässt sich deshalb tatsächlich auch richtig trainieren, so wie man alle anderen Muskeln trainieren kann. Mittels CT kann man sehen, welche Hirnlappen vorwiegend benutzt werden beim Denken an was Schönes (z.B. Dankbar sein für etwas) und beim Denken an etwas negatives (Stress, Sorgen etc.). Wenn man sich viel sorgt, ist die dafür zuständige Hirnregion besser trainiert, und deshalb greift man auch lieber auf diese zurück. So wie du als Rechtshänderin auch eher mit der rechten Hand etwas tust. Die „positiv-denken-Hirnregion“ (hat bestimmt einen tollen wissenschaftlichen Namen…) ist oft recht verkümmert – aber man kann sie mit effektivem Muskeltraining wieder aufbauen. Einfach mal jeden Tag abends hinsetzen und überlegen, was alles toll war. Und NICHT gleich dazu denken, was dafür aber alles doof war 😉 Das kann jeder leicht machen und baut den Muskel tatsächlich – sogar nachweislich – auf. Ist die positiv-denken-Region erstmal (wieder) gleichstark wie die alles-ist-scheiße-Region, gelingt es immer besser positiv zu bleiben. Fang doch gleich mal mit dem Training an 😉

      Und, äh, rebloggen – klar darfst du, aber frag mich nicht wie das geht 😀

      Ganz viele liebe Grüße
      Mireya

      Gefällt 1 Person

  4. Pingback: Warum ich unregelmäßig blogge (und das ok finde) | Mutter.Mit.Kind

  5. Toller Beitrag! Ich bin „noch“ keine Mami. Finde deinen Text und den Ausschnitt aus deinem leben aber dennoch sehr spannend. Und inspirierend. Es kommt wohl einfach drauf an, wie man eine Sache sieht und was man daraus macht. Entspricht ganz meiner Einstellung. Danke
    Liebe Grüße Melanie

    Gefällt 1 Person

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