Buchempfehlung: Wohin mit meiner Wut?

Bild vom Loewe Verlag

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Liebe Alle,

da bin ich wieder nach einer ungeplanten Blogpause 🙂 Und melde mich zurück mit einer Buchvorstellung, wir besitzen jetzt unser erstes „Wut-Buch“.

Wir hatten in den Weihnachtsferien keine leichte Zeit (genervte/gestresste Großeltern, Streit etc.), dann musste Sohni auch noch für eine Woche in eine fremde Ferienbetreuung (Schnapsidee bei einem Kind, das schlecht mit Veränderungen umgehen kann – war aber dieses Jahr nicht anders lösbar), und als dann endlich am 9. Jänner der Alltag wieder anfing mit normalem Kindergarten und nachmittags Sport entlud sich alles offenbar angestaute in einem Mega-Wutausbruch der die Sportklasse kurz lahmlegte. Als ich ihn abholte, berichtete mir die Sportlehrerin davon und sagte sowas wie „Sie brauchen mal ein Buch über Wut“. Also machte ich mich auf die Suche und entschied mich für Wohin mit meiner Wut – Emotionale Entwicklung für Kinder ab 5 von Dagmar Geisler. Es ist 2012 im Loewe Verlag erschienen, 2015 erschien die 4. Auflage. Für ca. 10€ kann man es in allen gängigen Buchhandlungen kaufen.

Sohni ist 4 und ich finde, das Buch ist nicht erst für Kinder ab 5. Ich würde sagen, vielleicht ab 3. Auf 36 Seiten finden sich sehr schöne, bunte, aussagekräftige Illustrationen von der Autorin. Auf der ersten Seite wendet sich die Sozialpädagogin Sabine von Bleichert kurz an die Erwachsenen, bevor es mit der Geschichte losgeht.

Die „Geschichte“ beginnt mit einem kleinen Jungen der fragt „Bist du auch manchmal wütend? Ich schon.“ – das Buch ist aus seiner Sicht geschrieben und er beschreibt, wie er sich dann fühlt, wenn er wütend ist. Manchmal möchte er jemandem wehtun, ein anderes mal nur schreien, oder wo gegen treten. Einmal wird ihm heiß, sein Kopf wird rot und sein Herz schlägt schneller – ein anderes mal wird er vor Wut ganz starr, kalt und weiß. Das finde ich besonders schön, weil ich von Sohni eher letzteres kenne, von mir selbst aber eher ersteres 🙂 Wut äußert sich eben nicht bei jedem gleich.

Der kleine Junge führt dann im weiteren einige Gründe an, warum er wütend wird. Manchmal weiß er es gar nicht, manchmal hat ihm jemand etwas weggenommen, oder ihm wird während seiner Lieblingssendung der Fernseher ausgeschaltet (macht jemand sowas wirklich? Hmm).

Er fragt sich, was er tun kann wenn er eine Riesenwut hat. Denn wenn ihm jemand sagt „sei nicht so wütend“ nützt das gar nichts, sagt er (eh klar, als ob sich Erwachsene aufhören würden zu ärgern, nur weil man es ihnen sagt). Er kennt ein paar Tricks und zählt sie im Folgenden auf. Dazu gehören z.B. ein Kissen verprügeln, Wutmännchen auf Zettel malen und diese anschließend in Stücke zerreißen, Wutbälle aus Papier knüllen und weit wegschmeißen etc. Falls jemand „Schuld“ an seiner Wut hatte, also ihm z.B. etwas weggenommen hat, kann er ganz laut sagen „Gib mir das zurück, das gehört mir!“.

Auch schön finde ich, dass zum Schluß noch kurz darauf eingegangen wird was man tun kann, wenn jemand anderes wütend ist. Wobei sich das darauf beschränkt, demjenigen die gerade gehörten Tipps weiter zu geben. Ich persönlich würde da eher empfehlen, der wütenden Person aus dem Weg zu gehen bis sie sich beruhigt hat 😉

Sohni mag das Buch gerne und kann es wegen der guten Bilder auch selbst schon „lesen“ – nach zwei mal vorlesen weiß er also, an welcher Stelle es gerade um was geht.

Ich habe auch schon probiert im Alltag, wenn ich merkte Sohni wird sauer, ihn an das Wut-Buch (so nennen wir es hier) zu erinnern und ihm eine Strategie daraus vorzuschlagen. Bisher noch ohne Erfolg 😉 Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Ich mag das Buch jedenfalls, und kann es weiterempfehlen!

Liebe Grüße

Mireya

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