Was inzwischen besser geht #3

Kind Medizin

Man soll ja nicht immer nur meckern, gell? 😉 Tu ich eh nicht, momentan läuft alles recht rund. Immer, wenn mit Sohni mal etwas anstrengend ist versuche ich mir zu überlegen, was dafür eigentlich auch schon besser geworden ist in den letzten 4 Jahren. Und da ist mir letzte Woche gleich was aufgefallen.

Ich war mit Sohni beim HNO, weil er in der Nacht Ohrenschmerzen hatte. Nach 2 Stunden warten kamen wir mit der Diagnose Mittelohrentzündung und einem langen Rezept wieder raus. Darauf, unter anderem: Nasentropfen. NASENTROPFEN! 👺

Hätte man Sohni vor zwei Jahren gefragt was das Ultraböse ist, hätte er geantwortet NASENTROPFEN! Heute würde er Lord Garmadon nennen 😉

Du kannst dir meine Höllenqualen mit diesen Tropfen nicht vorstellen! Sohni hatte mal vergrößerte Polypen, die rausoperiert werden mussten. Daher musste er vor ca. 2 Jahren schon mal Nasentropfen nehmen. Vor denen er Panik hatte. Stell dir also eine erwachsene Frau vor, die versuchen muss ihrem 2jährigen diese Dinger einzuflößen. Gegen seinen Willen.

Ich musste ihn auf den Boden legen. Mich auf seine Brust setzen und mit meinen Beinen seine Arme am Körper fixieren, damit er nicht wie wild um sich schlägt. Mit seinen Beinchen trat er wie verrückt um sich. Den Kopf musste ich mit einer Hand gegen irgendwas gegendrücken weil er mit aller Macht versuchte dem Ultrabösen zu entkommen indem er den Kopf herumriss. Mit der freien Hand musste ich dann die Nasentropfen irgendwie in ihn reintröpfeln. Während seinem panischen Geschrei. Drei verdammte male am Tag. Eine verdammte Woche lang.

Ich war fertig mit der Welt. Zu nichts mehr zu gebrauchen. Ich war mindestens so verzweifelt wie er, er tat mir so leid, ich hatte das Gefühl, ich tu ihm was an! Und er sicher auch! Aber was soll man tun, wenn der Arzt sagt, die Nasentropfen sind vor der Operation nötig? Und wieso sagt einem niemand, dass mindestens zwei Erwachsene nötig sind, um einem Kleinkind Nasentropfen einzuflößen? Und was soll man tun, wenn es keinen zweiten Erwachsenen gibt??

Du kannst dir also vielleicht mein Gefühl von aufsteigender Panik vorstellen, als die Ärztin mir Nasentropfen auf das Rezept schrieb. Lieber hätte ich gehört, dass ich gegen einen Drachen kämpfen soll. Wiederholt sich jetzt das Drama von vor 2 Jahren? Das schaffe ich doch gar nicht, mit einem 4jährigen 😱 Auf dem Weg zur Apotheke dachte ich abwechselnd „Ach du scheiße. Nein nein, alles wird gut! Ach du scheiße. Nein nein, alles wird gut!“.

Zu Hause hatten wir dann drei Medikamente zu verabreichen. Zwei Säfte, und einmal die Nasentropfen. Sohni saß auf seinem TripTrap und ich dachte mir, jetzt oder nie. Einfach machen. Los gehts. Ich stellte mich hinter ihn, er lehnte seinen Kopf zurück, und ich tröpfelte los. 3 mal, in jedes Nasenloch. Innerlich angespannt, das schlimmste erwartend. Und dann ….

Nichts. Absolut nichts. Sohni sagte sowas wie „Igitt“. Das wars. Das wars? Wo bleibt das toben? Das kreischen? Das sich wehren? Glückstreffer, dachte ich. Erwartete das schlimmste fürs nächste mal. Aber auch da nichts. Und beim nächsten mal auch nicht. 3 mal am Tag. Eine ganze Woche lang. Total easy!

Ich bin immer noch sprachlos. Und dankbar! Und in erster Linie, erleichtert 🙂

Zu Jungmüttern wird ja gern gesagt „Es wird nicht besser, nur anders!“. Das stimmt zwar tendenziell, aber manches wird auch schlicht und ergreifend besser. Und darüber darf man sich dann freuen. Ich geh mir dann gleich mal Erdbeersekt kaufen zum feiern 😀 🎉🎉🎉

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