Urlaub alleine mit Kind – unsere grobe Idee

strand Kind

Puh, immer diese Urlaubsfrage. Ich sag´s dir. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis wissen irgendwie alle schon ur früh, wann sie wohin fahren wollen, wie, mit wem, warum, und überhaupt. Wenn mich dann wer fragt „und DU?“. Äh, ja, also ich weiß dass ich vermutlich – so wie immer – Weihnachten bei meinen Eltern verbringen werde. Die nächsten 30 Jahre. Zählt das??

Für 2017 hatte ich fast schon einen Plan. Meine Eltern sagten, sie würden im Sommer eine Woche an den Strand fahren, und anschließend 2 Wochen zu meinen Großeltern (die in Spanien leben, meine Mutter kommt von dort). Gut, dachte ich mir, hänge ich mich zwei Wochen dran. Bis sie alles umschmissen – nun fahren sie dieses Jahr „nur“ zu meinen Großeltern und nächstes Jahr dafür „nur“ an den Strand. Prima. Für sie.

Ich hingegen hatte mir eigentlich schon ausgemalt, wie praktisch es wäre mit meinen Eltern gemeinsam an den Strand zu fahren. Ich könnte mal richtig schwimmen, während meine Eltern babysitten. Könnte mal zu einer Massage gehen, während meine Eltern babysitten. Geht ja alleine alles nicht. Vor allem hätte ich mal „echten“ Urlaub gemacht.

Was ist überhaupt „echter“ Urlaub? Keine Ahnung ehrlich gesagt. Aber das, was ich immer mache, fällt eher unter die Kategorie „Verwandtenbesuch“. Dass diese im Ausland – in meinem Fall in Spanien und in Deutschland – leben, macht das ja nicht wirklich besser 😉 Schon seit meiner Kindheit kenne ich nichts anderes. Wir fuhren immer zu meinen Großeltern – und auch wenn „Spanien“ ganz toll exotisch für viele klingen mag, nun, meine Großeltern wohnen nicht annähernd in der Nähe vom Meer, es ist dort heiß und trocken, die Landschaft gleicht einer Steppe und Seen sind oft ausgetrocknet im Sommer. Und es ist eine Stadt. Eine ganz normale Stadt. Mit Ampeln und Autos und Häusern und Menschen. Die sich, abgesehen von der Sprache, nicht sonderlich von meiner deutschen Heimatstadt unterscheidet. Und ich war schon gefühlte tausend mal dort.

Weder zu meinen Großeltern nach Spanien, noch zu meinen Eltern nach Deutschland zu fahren, zählt für mich als „Urlaub“. Es ist nett, keine Frage. Ich freue mich auch, Verwandte und Freunde zu treffen. Kein Thema! Was will ich also?

∞ aus dem gewohnten Umfeld rauskommen

∞ neue Eindrücke gewinnen

∞ eine Abwechslung zum Alltag haben

∞ entspannen / erholen

Es muss nicht unbedingt ein langer Flug sein. Es muss auch nicht zwingend Strand sein. In meinem Leben war ich bisher 3-4 mal am Strand. Nicht öfter. Aber Sohni würde ich das gerne einmal zeigen. Und ich war schon irgendwie enttäuscht, als meine Seifenblase mit dem Strand inkl. Babysittern zerplatzt ist.

Was also tun? Gar nicht wegfahren? Alleine wegfahren? Doch wieder Verwandte besuchen? Der Einfachheit halber dachte ich zunächst an ersteres. Dann meldete sich der Trotz. Alle anderen fahren weg, und ich nicht? Was soll das? Warum bin ich immer die, die zu Hause bleiben muss? Das ist nicht fair! Als ich merkte, dass mir das doch irgendwie näher ging als ich zunächst dachte, holte ich mir gleich Erste Hilfe im Happiness House. Das funktionierte wunderbar. So konnte ich das aufflammende Drama (warum ist die Welt so gemein zu mir, warum immer ich, warum ist alles so doof, nie hab ich Glück etc.,) leicht abfangen 😉

Gut, also ich dachte mir, ich schau jetzt einfach mal. Vielleicht kann ich ein paar Tage alleine mit Sohni wegfahren. Vielleicht in Österreich bleiben. Vielleicht ein Hotel mit Kinderbetreuung suchen, so dass ich Sohni 1-2 Stunden am Tag in der Betreuung lassen könnte und eine Massage oder auch einfach nur ein ruhiges Essen genießen könnte, ohne dabei unfreiwillig alles über Pokémon oder Ninjago zu erfahren. Dann stellte sich aber schnell raus, dass das nicht zum Geldbeutel einer Alleinerziehenden passt…

Eine Freundin sagte, schau doch in der Tschechei oder in Ungarn! Hab ich dann, leider sind solche „Clubs“ dort auch gar nicht mehr sooo günstig.

Dann sagte mir wer, wieso Tschechei oder Ungarn? Was willst du denn in so einem Club? Außer einer tollen Kinderbetreuung gibts doch da nix. Naja, wäre das nicht Grund genug? Sie meinte, fahr doch nach Italien. Nach Lignano z.B. Das ist nicht weit, dort gibts einen tollen, großen, flachen Strand – perfekt für Kinder, einen Zoo, mehrere Vergnügungsparks, etc. pp. Nur eben Kinderbetreuung gibt es dort eher nicht. Sie schwärmte recht lang und am Ende hatte sie mich – ich glaube, ich wage es alleine mit Sohni nach Italien zu fahren. Oder doch nicht?

Urlaub alleine mit Kind – meine Bedenken

Ich geh da leider nicht ganz vorbehaltlos an die Sache ran. Wir waren mal ein Wochenende gemeinsam weg, im Herbst. Nur 2 Nächte. Der erste Tag verlief nicht, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich war gar nicht gut drauf am Abend. Dann zurück im Hotelzimmer – tja, was tun wir jetzt da? Das Zimmer war klein, Sohni wollte noch nicht schlafen, ich wollte am liebsten alleine sein und meine Ruhe haben, ich war ja eh schon super genervt und hatte keine Gelegenheit bekommen runter zu kommen – ich fühlte mich irgendwie ausgeliefert, hilflos und eingesperrt. Schließlich gingen wir gemeinsam, und für meinen Geschmack viel zu früh, schlafen. Ich hätte gern noch etwas Ich-Zeit gehabt, gelesen, oder was auch immer. Ich brauchte dringend eine Auszeit von Sohni, wenn es auch nur eine halbe Stunde gewesen wäre. Aber im Hotelzimmer alleine lassen wollte ich ihn natürlich auch nicht. Und das Licht wieder anmachen konnte ich auch nicht. Ich fühlte mich noch beschissener, als am Tag, und wollte eigentlich nur noch heulen.

Der zweite Tag war dann besser, wobei auch da der Abend für mich nicht erholsam war, weil gleiche Thematik wie am Vorabend. Wir „mussten“ quasi gleichzeitig schlafen gehen. Mir fehlte die Zeit für mich. Eine Zeit wo niemand mich braucht, niemand pausenlos mit mir spricht. So wie zu Hause, wo ich einfach im Wohnzimmer sitzen kann, und von mir aus Löcher in die Luft starren kann, wenn ich das möchte, während Sohni im Bett liegt und schläft. Daher hatte ich die Planung für den dritten Tag gecancelt, bin in ein Shopping Center gefahren und habe Sohni dort in der Kinderbetreuung abgegeben. Das hat IHM gut gefallen, weil er endlich wieder richtig spielen konnte, und MIR hat es unendlich gut getan, nach 2 Tagen engstem Raum mal wieder frei atmen zu können. Ich liebe meinen Sohn, aber ich muss ihn wirklich nicht 24 Stunden pausenlos neben mir haben. Das strengt mich einfach nur an! Wenigstens am Abend möchte ich dann doch gerne, wenn ich nicht zu müde bin, noch eine halbe Stunde in Ruhe lesen. ALLEINE.

Also, ich grüble noch über die Optionen, die wir haben. Schaffen wir überhaupt eine ganze Woche, ich meine so richtig 24/7 gemeinsam? Kriegen wir da nicht am Ende beide einen an der Waffel und rennen nach dem Urlaub überglücklich in den Kindergarten/ins Büro, froh dass es vorbei ist?

Ich werde demnächst einen weiteren Beitrag schreiben mit meinen Überlegungen – Hotel mit Frühstück vs. Ferienwohnung vs. Ferienanlage – weil ich denke, alles hat so seine Vor- und Nachteile. Beim schreiben kann ich auch besser nachdenken, und komme dann vielleicht auch auf eine optimale Lösung – für mich UND für Sohni. Von einem Urlaub sollen wir ja beide was haben.

Inzwischen freue ich mich aber auch über Input und Ideen 🙂

Bilder: Pixabay

Advertisements

3 Gedanken zu “Urlaub alleine mit Kind – unsere grobe Idee

  1. Liebe Mireya,
    ich bin nicht alleinerziehend, aber vielleicht interessiert dich trotzdem unsere Art, Urlaub zu machen. Wir fahren mit unserem knapp Dreijährigen heuer zum zweiten Mal in ein kleines Häuschen auf einem Campingplatz. Vorteile: getrennte Schlaf- und Wohnzimmer, eigenes Badezimmer, eigene Küche, Terasse und Natur direkt vor der Tür, wenn man mag ganz nahe an einem See oder am Meer, keine direkten Zimmernachbarn, wegen denen man leise sein muss, und außerhalb der Hauptsaison auch gut erschwinglich. Wenn man Kontakt mit anderen mag, findet sich vielleicht auf der Nebenterasse wer zum Plaudern, manchmal gibt es ein Café auf Sicht- und Babyphon-Entfernung, und auf großen Campingplätzen gibt es auch Kinderbetreuung 🙂
    Nachteil: Die Ausstattung ist oft nicht besonders modern und auch nicht luxuriös, und um in der Hauptsaison ganz kurzfristig noch was zu bekommen, muss man Glück haben.
    Die Vorteile sind meiner Meinung nach für alle Familien gleich, egal ob mit einem oder zwei Elternteilen…
    Viele liebe Grüße, Julia

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Julia,
      sehe ich genau so! Witzig ist ja, ich habe auf Facebook, per PN oder in Mamagruppen recht viel Feedback bekommen, aber 90% sagten: Nimm ja keine Ferienwohnung sondern ein Hotel. Tja, rate was ich gebucht habe 😉
      Ich werde eh demnächst mal ein Urlaubs-Update schreiben, dann kann man meine Beweggründe zur Ferienwohnung vielleicht nachvollziehen. Oder auch nicht 😀
      Liebe Grüße
      Mireya

      Gefällt mir

  2. Pingback: Mutter-Kind-Urlaub in Lignano | Mutter.Mit.Kind

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s