(k)eine ganze Familie?

Letzte Woche waren Sohni und ich gerade bei unserer Lieblingsbeschäftigung: Fernsehen 🙂 Unser Film war zu Ende und ich stöberte auf Amazon Prime noch durch diverse Kategorien und las diese laut vor. Irgendwann sage ich „hier, Filme für die ganze Familie“ und Sohni sagte „hä? wir sind doch keine ganze Familie“. Kurzer Schock. Wie, keine ganze Familie? Denkt er etwa, uns fehlt etwas? Sind wir nicht komplett, wir zwei? Ich fragte nach: Was meinst du damit?

Sohni: Na, wenn wir eine GANZE Familie wären, wäre hier noch ein Kind (zeigt rechts neben sich), und hier noch ein Kind (zeigt links neben mich), und hier noch ein Kind (zeigt auf meinen Schoß).

Puh, nochmal Glück gehabt, dachte ich. Ich dachte er schon er meint…. und schon sagte er laut und deutlich „und HIER würde noch ein Papa sitzen

Ein Papa??? Was für ein Papa??? WIR sind eine Familie, wir zwei!

Ich muss ziemlich verwirrt geschaut haben. Und fragte dann sowas wie „denkst du das wirklich? Aber wir zwei sind doch eine ganze Familie. Du und ich. Ich bin deine Mama und du bist mein Kind. Das ist eine Familie.“

Wir haben dann gemeinsam aufgezählt, wer sonst noch alles zu unserer Familie gehört. Da wären mal er und ich. Und dann noch der Onkel, Oma und Opa, Uropa in Deutschland, Uroma in Spanien, einige Großtanten in Spanien. Ok, sooo groß ist unsere Familie nicht, eigentlich recht überschaubar, aber immerhin. Und ja, alle wohnen zwischen 800 und über 2000 km weit weg. Trotzdem gehören sie ja dazu. Und wir zwei sind der Kern unserer kleinen Familie. Wir sind, wie es so schön heißt, die kleinste Familie der Welt. Es gibt übrigens ein gleichnamiges Buch von Bernadette Conrad, das ich aber noch nicht gelesen habe.

Zudem kenne ich ja auch einige Fernsehserien, in denen die Kinder oder Figuren mit nur einem Elternteil leben, diese habe ich ja hier schonmal aufgelistet. Damit habe ich dann auch gleich argumentiert. Und schon fand er, dass wir sehr wohl eine Familie sind. Eine ganze!

Ruder nochmal rumgerissen. Puh. Naja, diese Papa-Frage ist etwas, damit muss man als Alleinerziehende wohl immer rechnen. Es war sicher nicht das letzte mal, dass ich mit sowas konfrontiert werde. Es trifft mich schon, wenn ich höre dass er glaubt, wir seien keine „ganze“ Familie. Denn das sind wir definitiv. Ob nur Mama, nur Papa, beides, zwei Mamas, zwei Papas, Bonuseltern etc. – all das ist eine ganze Familie, und niemals „fehlt“ ein Teil. Vielleicht ist es anders als das, was man zu 90% im Fernsehen sieht. Aber eine Familie ist immer ganz, egal aus wie vielen Mitgliedern sie besteht!

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5 Gedanken zu “(k)eine ganze Familie?

    • oh ja, das ist natürlich wichtig, irgendwann später mal, ich schätze im Schulkindalter? kommt dann die Frage „wo komme ich her“ – falls es nicht von Haus aus Mann und Frau zu Hause gibt. Wenn sie dann mal verstehen, dass es doch irgendwie beides braucht zur Zeugung 😉 Jesses, da kann ich mir auch dann mal anfangen zu überlegen, wie man das so erklärt 😀 Aber derweil tuts bei uns zum Glück noch, Papa wohnt nicht in Wien 🙂

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      • Ja, das ist vermutlich auch nicht leicht. Ich erlebe das im Moment genau anders herum. Nach fünf Jahren ist meine Tochter ziemlich traurig, dass Mama und Papa nicht mehr zusammen sind und sie nicht mehr Mama und Papa hat, sondern nur Mama oder Papa. Sehr schwierig für mich.
        Ich glaube aber, dass du für die Bienchen und Blümchen Fragen 😉 eine gute Erklärung findest und Dein Sohn damit gut umgehen können wird.

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      • Ja, wenn dann diese Bienchen/Blümchen Sache kommt, kommt auch die Erkenntnis,dass es da ja mal wen gegeben haben muss, und warum gibts den eigentlich nicht mehr. Hmmmmm, na ich überlege mal 🙂

        Ich glaube übrigens, oder bin ziemlich überzeugt davon, dass es ungleich schwieriger ist alleinerziehend zu „werden“ als es von Anfang an zu sein. Für alle Beteiligten. Für Sohni ist es ja normal, keinen Papa zu haben, es war nie anders. Auch für mich ist es normal, keinen Partner zu haben der sich um das ein oder andere kümmert. War ja nie anders. Aber du und deine Tochter, ihr müsst euch an eine ganz neue Situation gewöhnen. Und das ist natürlich schwierig, man möchte ja gerne am gewohnten festhalten. Man hat seinen Platz in der neuen Anordnung noch gar nicht richtig gefunden. Aber das wird alles! Und neu ist ja nicht unbedingt schlechter, es ist in erster Linie mal anders. Ihr macht das schon ❤

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