Alleinerziehend eine neue Liebe finden?!?

Wenn du meinen Blog schon länger liest, weißt du ja schon dass der Vater meines Sohnes mich damals in der Schwangerschaft verlassen hat. Das ist jetzt 5 Jahre her. Seit diesem Moment, mitten in einer Wiener U-bahnstation zwischen hunderten von Leuten im Feierabend Chaos, bin ich Single. Und ja, natürlich habe ich zunächst geglaubt, das wird wieder. Der fängt sich wieder. Bis er mir wenig später, nach einem Treffen – wieder in einer U-bahnstation übrigens, wenn auch in einer anderen – zwischen Rolltreppe und Aufzug eröffnete, dass er sicherlich nie wieder mit mir zusammen kommen werde.

Ja, ich gebe es zu: Ich hab´s nicht geglaubt. Da waren Gedanken wie „Ach, spätestens wenn das Kind da ist….“ etc. Aber je weiter die Schwangerschaft voran schritt, desto mehr kam auch der Gedanke auf „Schwanger und alleine? Wie soll ich jemals einen neuen Mann finden? Mit Kind nimmt mich doch keiner mehr!

Zu der Zeit sagten mir Mütter immer wieder, sie wären nie so oft angebaggert worden wie damals, als sie schwanger gewesen seien. Nun denn, dachte ich. Dann gehe ich mal raus, wer weiß was sich ergibt. Ich sage dir, was sich ergab: Nichts. Absolut nichts. Ich war völlig unsichtbar für die Männerwelt da draußen. Gut, was habe ich erwartet? Wenn jemand eine schwangere Frau sieht, geht derjenige ja auch davon aus dass es da einen passenden Mann dazu gibt. Irgendwie muss das Kind ja entstanden sein.

Diese Unsichtbarkeit zog sich durch die gesamte Schwangerschaft. Einschneidenstes Erlebnis dazu: Ein Urlaub mit zwei Freundinnen, die beide einen Urlaubsflirt hatten. Beide. Nicht wir drei jeweils einen. Sie beide jeweils einen. Nicht, dass ich einen gewollt hätte. Ich bin für sowas gar nicht der Typ. Aber die Tatsache dass ich von drei Frauen als einzige gar nicht, so wirklich überhaupt rein gar nicht beachtet wurde, brachte mich im Urlaub zum heulen.

Als mein Sohn dann auf der Welt war, änderte sich diese Sache mit der Sichtbarkeit nicht. Was sich änderte war, dass ich inzwischen auch gar nicht mehr gesehen werden wollte. Ich konnte mir lange, wirklich sehr sehr lange nicht ansatzweise vorstellen nach der Geburt jemals wieder Sex zu haben. Ich fühlte mich außerdem in meinem Körper nicht wohl. Ich fühlte mich mit meinem Alltag alleine mit meinem Sohn überfordert. Um nichts in der Welt hätte ich mir vorstellen können, einen Mann kennen zu lernen. Wie hätte ich den noch in meinen chaotischen Alltag integrieren sollen? Wo hätte ich die zusätzliche Kraft hernehmen sollen? Und ja, so dachte ich – nicht, der Mann würde mir Kraft geben, sondern ich müsste noch zusätzliche aufwenden. Aber ich hatte ja kaum genug Kraft für mich und Sohni.

Außerdem wieder die Frage – selbst wenn ich wollte – als Alleinerziehende? Einen neuen Partner finden? Wie soll denn das gehen? Mir schien das ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Anfangs war Sohni 24/7 bei mir. Wo soll man da auch nur ein paar Minuten zum kennenlernen eines unbekannten Mannes unterbringen? Date auf dem Spielplatz – ein Kennenlernen während man gleichzeitig verhindert dass das Kind sich vom Klettergerüst stürzt? Oder doch besser zu Hause zwischen vollen Windeln und Wäschekörben voller vollgekotztem Babygewand? Später war Sohni ein paar Stunden am Tag in der Krippe bzw. im Kindergarten. Aber in der Zeit war ich ja entweder auf der Uni oder im Büro.

Ich meldete mich pro forma bei einer Online Singlebörse an. Das könnte ja vielleicht gehen. Nach den ersten Nachrichten merkte ich aber schnell, das ist nicht das was die Männer wollen – eine Frau die nie Zeit für sie hat, die immer ein Baby dabei hat, die nie was trinken gehen kann, ins Kino gehen kann, fortgehen kann. Trotz dass ich in meinem Profil angab, zu 100% alleinerziehend zu sein und keinen Babysitter zu haben, bekam ich Anfragen wie „Hey, willst du heute Abend einen Cocktail trinken gehen?“. Und ich merkte, dass ich sowas von überhaupt nicht bereit dafür war, jemanden zu treffen. Ich schaffte es nicht, jemanden an mich heran zu lassen. Körperlich konnte ich es mir noch immer nicht vorstellen, aber emotional erst recht nicht. Zu tief saß dafür ein dicker Klumpen an zugefügten Verletzungen aus diversen Beziehungen der Vergangenheit. Ich hatte Angst vor Wiederholungen, und überhaupt, nach Jahren der Unsichtbarkeit war ich auch unsicher, ob mich ein Mann überhaupt wahrnehmen würde. Sehen würde. Als Frau.

Warum ich das heute alles schreibe – ich weiß, dass ich mit genau diesen Gedanken nicht alleine bin! Ganz viele Alleinerziehende haben genau diese Gedanken. Und gleichzeitig gibt es so viele, die Alleinerziehend sind/waren, und inzwischen eine neue Liebe gefunden haben.

Wäre es also nicht schön von diesen Frauen zu hören, wie das zu Stande kam? Zu lesen, wie sie einen neuen Partner kennengelernt haben? Wie sie mit den Schwierigkeiten, das Kind oder die Kinder in die Beziehung zu integrieren umgegangen sind? Sich inspirieren zu lassen, von Singlemum Lovestories?

Mutmachgeschichten für all die alleinerziehenden Singles da draußen!

Ich starte deshalb in Kürze eine Interview Reihe zu genau diesem Thema und freue mich schon tierisch darauf, diese ganzen tollen Geschichten zu lesen ❤

Merken

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s